Wechselausstellungen
Das Ende der Idylle?
Hufeisen- und Krugpfuhlsiedlung in Britz vor und nach 1933
Am Beipiel der Hufeisen- und Krugpfuhlsiedlung wird in der Ausstellung gezeigt, welche Konsequenzen die Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 für das Leben ihrer Bewohnerinnen und Bewohner hatte. Die Hufeisensiedlung, ab 1925 nach Plänen von Bruno Taut erbaut, galt als ein herausragendes Reformmodell sozialen Wohnens in der Weimarer Republik und ist heute UNESCO-Weltkulturerbe. Als traditionell gewerkschaftlich und sozialdemokratisch geprägtes linkes Milieu war die Großsiedlung Britz den Nationalsozialisten ein Dorn im Auge. Bereits im Februar 1933 wurde der Anarchist und Dichter Erich Mühsam verhaftet und 1934 im KZ Oranienburg ermordet. Nur wenige wissen, das im folgenden Jahr Adolf Eichmann, der spätere Hauptorganisator der Judenvernichtung in Europa, in die Krugpfuhlsiedlung zog und dort bis 1938 wohnte. Nach und nach gelang es den Nazis ihre soziale Basis auch in Britz zu verbreitern. Allein 1360 Mitglieder der NSDAP sind in einer Datenbank verzeichnet, die im Museum eingesehen werden kann. Vor diesem Hintergrund verdient der vereinzelte Widerstand von Sozialdemokraten und Kommunisten besonderen Respekt.
Eröffnung: 17. Mai 2013, 19.00 Uhr
Ausstellungsdauer: 18. Mai bis 29. Dezember 2013
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag: 10–18 Uhr
Bitte beachten Sie das Führungsangebot im Juni und Juli 2013.
Zum Blog 50 Türen in die NS-Zeit
Die Ausstellung ist Teil des Themenjahres 2013 des Berliner Senats Zerstörte Vielfalt.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit 400 Seiten und zahlreichen Abbildungen zum Preis von 18,– Euro sowie eine Begleitbroschüre mit dem Titel „50 Türen in die NS-Zeit“ zum Preis von 5,– Euro.
Kampf um Einheit und Freiheit
Die Geschichte der Sozialdemokratie in Rixdorf und Neukölln
9. Juni bis 7. Juli 2013
Vernissage: Samstag, 8. Juni 2013, 19 Uhr
Eine Ausstellung des Mobilen Museums im Foyer des Kulturstalls auf dem Gutshof Britz
2013 ist ein großes Jubiläumsjahr für die deutsche Sozialdemokratie. Die älteste Partei Deutschlands feiert in diesem Jahr den 150. Jahrestag ihrer Gründung durch Ferdinand Lassalle, den 100. Todestag August Bebels und den 100. Geburtstag Willy Brandts.
Aus diesem Anlass widmet sich das Mobile Museum Neukölln einer Partei, die wie keine andere mit der wechselhaften Geschichte des Bezirks Neukölln verbunden ist. Schon vor dem Ersten Weltkrieg war das „rote Rixdorf“ als Hochburg der Sozialdemokratie bekannt. Hier errang die Arbeiterpartei schon früh spektakuläre Wahlerfolge, organisierte aufsehenerregende Massenversammlungen und schuf ein dichtes organisatorisches Netzwerk. Mehrere Generationen von Neuköllner Arbeiterkindern wurden durch sozialdemokratische Vereine, Festrituale und Bildungseinrichtungen geprägt. Die politischen Kämpfe der SPD um die Einheit der Arbeiterbewegung und die Verwirklichung ihrer freiheitlich-sozialistischen Ideale spiegeln sich noch heute in zahlreichen Straßennamen und Gedenktafeln des Bezirks wider.
Eintritt frei!
Neues Wohnen Neukölln
Wohnquartiere von 1900 bis heute
Eine Ausstellung des Mobilen Museums Neukölln und Studierenden des Masterstudiengangs Historische Urbanistik am Center for Metropolitan Studies der TU Berlin
In der neuen Ausstellung des Mobilen Museums, die aus Anlass des 100. Todestages des Neuköllner Stadtbaurats Reinhold Kiehl erarbeitet wurde, werden elf unterschiedliche Quartiere aus der Zeit von 1900 bis heute vorgestellt, die das breite Spektrum des Wohnens im Bezirk repräsentieren. Neuköllner Wohnquartiere weisen eine beeindruckende Vielfalt auf, sie bieten unterschiedlichste Orte für Zuwanderung und Heimat. Der Blick richtet sich dabei vor allem auf weniger bekannte, aber dennoch besonders aussagekräftige Quartiere und Gebäudekomplexe. Jedes Beispiel steht stellvertretend für Strategien, die in ihrer Entstehungszeit innovative Antworten auf die Herausforderungen des Wohnungsbaus und der Wohnraumversorgung geben wollten.
In der IDEAL-Passage entstanden bereits Anfang des 20. Jahrhunderts modern ausgestattete Wohnungen für die Rixdorfer Bewohner, eine Reaktion auf die schlechten Wohnverhältnisse, die damals vorherrschten. In den 1970er-Jahren versuchte man mit der High-Deck-Siedlung in der Sonnenallee den Wohnraum optimal an den Autoverkehr anzubinden. Ein Beispiel für das ökologische Bauen und Wohnen sind die Grünen Häuser am Rande des Britzer Gartens, die in den 1980er-Jahren nach den neuesten ökologischen Standards umgesetzt wurden.
Diese und acht weitere Beispiele wurden von 16 Studierenden des Masterstudiengangs Historische Urbanistik des Centers for Metropolitan Studies der TU Berlin im Rahmen eines Projektseminars unter der Leitung von Prof. Paul Sigel auch aus heutiger Perspektive untersucht: Haben sich die Hoffnungen erfüllt, die sich mit ihnen bei ihrer Entstehung verbanden? Welche Probleme weisen sie heute auf, welche Perspektiven haben sie?
Eintritt frei!
Ausstellungsdauer: 29. April bis 24. Mai 2013
Wutzky-Center, Joachim-Gottschalk-Weg 21, 12353 Berlin
Zur Begleitung der Ausstellung erscheint ein 16-seitiges kostenloses Leporello.

