Besucherbefragung: Rixdorf und/oder Neukölln
Über 500 Besucher haben unsere Ausstellung zum 100. Jahrestag der Umbenennung Rixdorfs im Rathaus Neukölln gesehen. Von diesen haben 178 an unserer Umfrage teilgenommen. Zeit für ein erstes Zwischenfazit.

Ausstellungseröffnung am 25. Januar 2012
Erstes Ergebnis: Neuköllner brauchen Kugelschreiber! Bereits am zweiten Tag waren alle ausgelegten Stifte verschwunden. Zweites Ergebnis: Neuköllner sind kreativ! Ein Großteil der Befragten gab sich nicht mit dem Ankreuzen der vorgeschlagenen Antworten zufrieden, sondern wählte eigene Formulierungen. Darunter finden sich so originelle Vorschläge wie der, Neukölln in „New Charlottenburg“ oder gleich in „Schönsauber- und Zahlungskräftigstadt“ umzubenennen. Andere würden den Bezirk am liebsten zum „Freidorf“ erklären oder zwischen Kreuzberg und Treptow aufteilen. Nicht vorhergesehen haben wir auch, dass mehrfach Rixdorf mit „Faßbrause“ und Neukölln mit seinem Bezirksbürgermeister Buschkowsky assoziiert werden würde.
Insgesamt hält die übergroße Mehrheit der Befragten die Umbenennung zwar für einen imagepolitischen Schildbürgerstreich oder einen Fehler – eine Rückbenennung Neuköllns in Rixdorf halten aber nur die Wenigsten für eine gute Idee. Interessanterweise verbinden trotzdem immer noch mehr Leute den Begriff „Heimat“ mit dem längst von der Landkarte gestrichenen Rixdorf als mit dem heutigen Stadtbezirk Neukölln. Während Rixdorf vorwiegend mit heimeligen Attributen wie „Dorfidylle“, „Gemütlichkeit“ und „Vergnügungsmeile“ versehen wird, steht der „Problembezirk“ Neukölln eher für „Multikulti“, Armut und Kriminalität. Es ist eine Ironie der Geschichte, dass vor hundert Jahren die heute nostalgisch verklärte Proletarierstadt Rixdorf mit ganz ähnlichen Imageproblemen zu kämpfen hatte und deshalb die Umbenennung in Neukölln erfolgte.
Eine schöne Überraschung zum Schluss: am letzten Tag im Rathaus hatte sich die Zahl der ausgelegten Kugelschreiber auf wundersame Weise wieder vermehrt! Wir danken den anonymen Spendern und allen ehrlichen Teilnehmern. Die Umfrage wird an den nächsten Standorten der Ausstellung fortgesetzt: vom 5. bis 11. März in den Neukölln Arcaden und vom 16. April bis 12. Mai im Karstadt am Hermannplatz.
Auswertung (pdf zum download)
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