Foto: Philipp Graf

DIE SACHE MIT DER RELIGION

Rede zur Eröffnung am 11. Mai 2017 von Museumsleiter Dr. Udo Gößwald

Archäologische Forschungen belegen, dass die ältesten dinglichen Zeugnisse, die bei religiösen Praktiken oder Zeremonien zum Einsatz kamen, bis zu 9000 Jahre alt sind. Wir können daraus schließen, dass die Sache mit der Religion eine tief verwurzelte Bedeutung in der Geschichte der Menschheit hat.  Wenn wir etwas über die Geschichte und Kultur der Menschen mit denen wir zusammenleben, erfahren wollen, ist es von Vorteil, etwas über ihr Verhältnis zur Religion zu wissen.
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IMGP8080Rede Giffey - Publikum

Stolpersteine in Neukölln – Erinnerungskultur von unten

Rede zur Eröffnung der Ausstellung des Mobilen Museums
im Rathaus Neukölln, 25. Januar 2017
von Dr. Udo Gößwald 

Im Jahr 1880 lebten in Rixdorf 62 Jüdinnen und Juden. Mit dem rapiden Wachstum der Stadt Ende des 19. Jahrhunderts nahm auch die jüdische Bevölkerung zu. Am 5. Juli 1904 wurde der Israelitische Bruderverein zu Rixdorf ins Vereinsregister eingetragen. Alle sieben Vorstandsmitglieder lebten in der Bergstraße, der heutigen Karl-Marx-Straße. Bereits im September 1907, also vor 110 Jahren, konnte die jüdische Gemeinde die Einweihung ihrer Synagoge in der Isarstraße 8 feiern. Die Anzahl der Mitglieder wuchs ständig und 1925, als Rixdorf schon 13 Jahre Neukölln hieß, lebten bereits knapp 3.000 Jüdinnen und Juden in unserem Bezirk. Ganz Berlin hatte zur gleichen Zeit etwa 170.000 jüdische Einwohner. Aufgrund der Gründung der Zweiten Polnischen Republik nach dem Ersten Weltkrieg verließen viele deutsche Juden Polen und emigrierten ins Deutsche Reich. Überdies kehrten aufgrund von antisemitischen Pogromen zahlreiche Juden der Sowjetunion den Rücken. Viele dieser ärmeren Einwandererfamilien ließen sich in kleinen proletarischen Hinterhofwohnungen im heutigen Rollbergkiez nieder. Die meisten Neuköllner Juden gehörten jedoch dem Mittelstand an. Sie wohnten überwiegend im Norden des Bezirks zwischen dem Kottbusser Damm und der Kaiser-Friedrich-Straße (der heutigen Sonnenallee). Zahlreiche jüdische Neuköllner waren Kaufleute, doch gab es auch etliche jüdische Handwerksbetriebe wie Schneidereien, Glasereien und Uhrmachereien. Das jüdische Bildungsbürgertum war durch Rechtsanwälte sowie viele Ärzte im Stadtbild vertreten. Sie waren für die Gesundheitsversorgung der Neuköllner Bevölkerung in den zwanziger und dreißiger Jahren von großer Bedeutung waren.
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Ammar Al-Beik: Lost Images. Berlin / Damaskus

Rede zur Eröffnung, 13. Januar 2017

Ein König, so heißt es in einem indischen Märchen, auf das sich der Philosoph Ernst Bloch in dem Essayband „Spuren“ bezieht, verlor einst eine sehr schöne Perle. Er ließ seine Hofbediensteten im ganzen Reich nach ihr suchen, doch vergebens, sie tauchte nicht wieder auf. Eines Tages, als der König schon gar nicht mehr an sie dachte, fand er sie jedoch selber wieder und zwar unabsichtlich.
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#15 Die Welt durch das Buch ergründen

Der Kleine Prinz von Antoine de Saint-Exupéry besitzt Deniz nicht nur einmal; auf drei verschiedenen Sprachen – Türkisch, Deutsch und Französisch – steht das Buch in ihrem Regal. Schon als Kind kannte sie die Geschichte, zunächst in der türkischen Fassung. An der alten Ausgabe von Kücük Prens hängt sie noch heute am meisten.
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#15 Jung, frei, mobil sein und Geld haben

Als Dreizehnjähriger ist es wichtig frei und mobil zu sein. Und als Junge ist es auch nicht unwichtig wie man unterwegs ist. Ein „cooles Auto“, ein Lada, wäre toll, findet Karl, und „mit dem besten Freund, mit einem Zelt und einem Schlafsack, ein paar Sachen und Geld, einfach, wohin wir wollen fahren. Das wäre super!“ – So wie die Protagonisten in tschick von Wolfgang Herrndorf.
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