Die Magie des Lesens – Rede von Museumsleiter Dr. Udo Gößwald zur Ausstellungseröffnung

Was geschieht, wenn ein Buch uns besonders berührt? Warum faszinieren uns manche Bücher mehr als andere? Welche sonderbare Verbindung zwischen der Welt des Autors und der Welt des Lesers entsteht, wenn wir in einen Text – wie es so schön heißt – eintauchen? Wenn wir ein besonderes Leseerlebnis haben, fühlen wir uns leicht und unbeschwert wie ein Fisch im Wasser, bereit, neue Welten in allen Himmelsrichtungen zu erkunden. Und es gibt sicher viele Beschreibungen für diesen Zustand der Ekstase, wenn ein Buch seine Magie entfaltet und uns mitnimmt auf eine „Reise auf dem Zauberteppich in das Zelt der Mohikaner“ wie es bei Walter Benjamin heißt. Eins ist dabei aber klar. Wir müssen die Bereitschaft und Fähigkeit besitzen, uns für diese neuen Erfahrungen zu öffnen und das insbesondere dem Fremden, Unerwarteten gegenüber. Bücher vermitteln Wissen und neue Erkenntnisse, aber dieses Wissen und diese Erkenntnisse verbleiben an der Oberfläche, sind bloße Aneignung von Ressourcen, wenn wir sie nicht mit uns in eine lebendige Verbindung bringen. „Im Verstehen muss ich mich selbst zum Einsatz bringen, soll der Gegenstand, um den es geht, zum Reden gebracht werden,“ so der Philosoph Helmuth Plessner.
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Vom Werden einer Ausstellung

Bevor morgen die wochenlange Aufbauarbeit zu einem feierlichen Ende kommen wird, lassen wir die wohl spannendste Phase noch einmal Revue passieren.
Zunächst galt es die vorherige Ausstellung „Das Haus der Mutter“ abzubauen, inklusive dem mühsamen Entfernen der Plotterschrift auf der Eingangswand.

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5 Fragen an … die Gestalter

An dieser Stelle präsentieren wir künftig interessante Einblicke in die Museumsarbeit. Momentan laufen die Vorbereitungen für die kommende Ausstellung Die Magie des Lesens, die ab 12. Mai im Museum zu sehen sein wird, auf Hochtouren. In kurzen Interviews werden die verschiedenen Akteure und ihre Einsatzgebiete vorgestellt.

5 Fragen an Nina Odzinieks und Carsten Giese von Neue Gestaltung GmbH

Das Berliner Büro Neue Gestaltung GmbH realisierte bereits zahlreiche Projekte für nationale wie internationale Auftraggeber. Ausgezeichnet u.a. mit dem European Design Award und dem RedDot Award stehen sie für eine klare visuelle Sprache, die auf die Bedürfnisse ihrer Kunden zugeschnitten ist. Für das Museum Neukölln entwerfen sie den Katalog zur Ausstellung „Die Magie des Lesens“.


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5 Fragen an … das Kuratorenteam

An dieser Stelle präsentieren wir künftig interessante Einblicke in die Museumsarbeit. Momentan laufen die Vorbereitungen für die kommende Ausstellung Die Magie des Lesens, die ab Mai im Museum zu sehen sein wird, auf Hochtouren. In kurzen Interviews werden die verschiedenen Akteure und ihre Einsatzgebiete vorgestellt.

5 Fragen an die Kuratoren Julia Dilger, Dr. Udo Gößwald und
Dr. Patrick Helber

 

Eine Ausstellung über Bücher. Warum?

Udo Gößwald: Bücher begleiten uns ja das ganze Leben. Wir wollten mit einer Ausstellung zum Thema Lesen etwas über die Leseerfahrungen der Neuköllnerinnen und Neuköllner erfahren und nach der Bedeutung fragen, die Bücher für sie gehabt haben, um den eigenen Weg im Leben zu finden.


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Das Haus der Mutter – Rede zur Eröffnung

Häuser begleiten uns unser ganzes Leben. Jeder bewohnte Raum trägt in sich die Wesenszüge des Hausbegriffs. In ihnen begegnen wir den Dingen als den stummen Zeugen unseres Daseins. Die Dinge im Haus sind wie „die Sterne unseres Lebens“ (Maurice Merleau-Ponty) Das Haus ist im umfassendsten Sinn des Wortes für uns wie ein Kosmos. Das Gedächtnis und die Einbildungskraft begegnen sich an diesem Ort auf sonderbare Weise. Sie durchdringen einander und führen zu einer intensiven Erfahrung von Zeit und Vergänglichkeit. Insbesondere, wenn wir uns auf die Begegnung mit dem Elternhaus einlassen, begeben wir uns auf eine abenteuerliche Reise in die Kindheit. Wir begegnen Dingen, die in uns Glücksgefühle ausgelöst haben, Dingen, die uns die höchsten Momente der Freude beschert haben, aber auch Dingen, die mit Ängsten und Trauer verbunden sind. Oft entsteht dadurch eine große Verwirrung, vor der wir allzu gerne fliehen würden. Und doch ist gerade diese Verwirrung sehr menschlich und eigentlich ein unumgänglicher Teil unseres Selbst. Schließlich haben wir nicht gleich eine Antwort oder ein Etikett für das was uns bei dieser Begegnung widerfährt.
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