Drei Dinge meines Lebens – Ein Blick hinter die Kulissen

Ihre Geige, der Teddy Traudl und das Bild „Winterschlaf“, diese drei Dinge sind die Basis für die Erzählungen aus dem Leben von Daniella. Foto: Barbara Hoffmann

Ihre Geige, der Teddy Traudl und das Bild „Winterschlaf“, diese drei Dinge sind die Basis für die Erzählungen aus dem Leben von Daniella. Foto: Barbara Hoffmann

Neun Menschen, die aus Neukölln kommen, hier leben oder arbeiten berichten in der neuen Ausstellung von den drei Dingen ihres Lebens. Einigen fiel es leicht, drei Dinge zu bestimmen, die eine besondere Rolle für sie spielen. Manche überlegten mehrere Monate. Im Geschichtsspeicher des Museums Neukölln trafen sich die Projektteilnehmerinnen und -teilnehmer mit Museumsmitarbeitern zu einem langen und sehr privaten Interviewtermin. In den intensiven Gesprächen erzählten sie aus ihrem Leben und von der Rolle, die die drei Dinge darin spielen.
Die Interviews wurden aufgezeichnet, um sie danach Wort-für-Wort zu transkribieren. Daraus entstanden Ausstellungstexte, die sehr dicht an den Erzählungen der Protagonisten bleiben. Im Rahmen eines zweiten Treffens im Museum hat die Regisseurin Ursula Scheid ein filmisches Porträt der Teilnehmerinnen und Teilnehmern gedreht, das ebenfalls intensiv und beeindruckend die Nähe zwischen den Personen und ihren Dingen deutlich macht. Die Texte und Filme können von den Besucherinnen und Besuchern in der Ausstellung mittels iPad abgerufen werden.
Es sind sehr persönliche Porträts. Da ist zum Beispiel Daniella. Ihre wichtigsten drei Dinge sind ihre Geige, der Teddybär Traudl und ein Bild mit dem Titel „Winterschlaf“. Die Geige begleitet Daniella in ihrem musikalischen Leben bis heute, ohne sie wäre sie nicht die, die sie ist. Die Geige ernährt sie, Daniella kennt sie in- und auswendig und kann sich ein Leben ohne ihre Geige nicht vorstellen. Sie bilden eine Symbiose, dies wird besonders im Film sehr deutlich. Daher fehlt die Geige auch in der Ausstellung, denn sie ist im täglichen Gebrauch.
Mit dem Teddy Traudl spielte bereits Daniellas Mutter, die den eigenen Kindern wenig von ihrer Kindheit erzählte. Durch das Spielen mit dem Bären der Mutter wurde deren Kindheit für Daniella, die Traudl mit ihrem Bruder teilte, greifbar. Das Bild, das Daniella zum Gespräch mitbrachte, hing bereits in der Ausstellung „Aufbruch“. Damals war auch Daniella in einer Aufbruchsituation. Sie wollte nicht die erschöpfte Frau auf dem Bild sein, sondern kraftvoll in einen neuen Lebensabschnitt starten.

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