Versteckt und überlebt!

Grüner Weg 10Franziska Abendroth nimmt die von der Deportation bedrohte Jüdin Anna Drach in ihrer Wohnung im Grünen Weg 10 auf und rettet ihr damit das Leben. Das ist ein besonders mutiger Schritt, da sie aufgrund ihrer KPD-Mitgliedschaft bereits eine Haftstrafe verbüßen musste und nun für ein Vierteljahr unter polizeilicher Aufsicht steht. Zweimal wöchentlich muss sie sich auf dem Revier melden. Trotzdem und trotz Ankündigung hoher Strafen bei weiteren Verstößen gegen die NS-Gesetzgebung versteckt sie Anna Drach und versorgt sie gemeinsam mit ihrem Sohn Albrecht fast zwei Jahre lang mit Lebensmitteln. Nachdem der Aufenthalt von Anna Drach in der Hufeisensiedlung zu gefährlich geworden ist, findet sie Unterschlupf bei Franziskas Bruder Karl, der in Schulzendorf im Kreis Teltow lebt.

Nach dem Krieg tritt Franziska Abendroth in die SED ein. Dadurch verliert sie Anfang der 1950er-Jahre in der Bundesrepublik ihre Anerkennung und Versorgung als Verfolgte des Nationalsozialismus. Daraufhin wechselt sie ihren Wohnsitz und zieht von Britz nach Oberschöneweide im Ostteil der Stadt.

Weitere Informationen über die genannten Personen stehen im Digitalen Archivsystem DAISY in der Ausstellung Das Ende der Idylle? Hufeisen- und Krugpfuhlsiedlung in Britz vor und nach 1933 zur Verfügung.

(Fotos: Eingangstür Grüner Weg 10, Foto: Barbara Hoffmann; Franziska Abendroth, Berlin, nach 1945, © Landesarchiv Berlin)

Abendroth_01

Kommentieren

Weitere Einträge: