Griechenland und die Deutschen. Eine Krise der Werte?

Bärbel Dieckmann, Minotaurus Peisonos, Foto: Madeleine M. Coffaro

Der griechische Schriftsteller Petros Markaris hat sich vor einiger Zeit mit der europäischen Krise befasst. Seine Hauptthese:

„Jetzt, in den Zeiten der Krise, merkt man, wie sehr das Verständnis für die kulturelle Diversität fehlt. Die Griechen hatten in den Zeiten des europäischen Wachstums ein enges Verhältnis zu den Deutschen. Jetzt sind sie empört, weil die Deutschen sie mit Arroganz behandeln. Und die Deutschen sind ihrerseits gekränkt, weil sie ihre griechischen Freunde in der letzten Zeit so kühl grüßen und auf Distanz gehen. Weil ich seit langen Jahren als eine Art Vermittler zwischen Deutschen und Griechen gelte, bekomme ich das Klagelied von beiden Seiten zu hören. Sowohl die Deutschen als auch die Griechen haben recht, nur kann man es ihnen schwer erklären, weil auf beiden Seiten das Verständnis für die kulturelle Basis des Anderen fehlt. Das lässt den Raum für Vorurteile und Ressentiments offen. Man irrt sich, wenn man glaubt, dass die Krise in Europa nur eine finanzielle ist. Wir erleben auch eine Krise der europäischen Werte. Die finanzielle Krise hat dazu beigetragen, dass wir sie wahrnehmen können. (Petros Markaris, Süddeutsche Zeitung, 26. Januar 2012, zum Artikel)

Hat sich diese Krise verschärft? Was hat sich verändert? Welche Antworten haben wir heute? Zu diesem Thema spricht am Sonntag, den 10. März 2013 um 11:30 Uhr im Museum Neukölln der Diplomat und Griechenlandkenner Dr. Ulf-Dieter Klemm in seinem Vortrag: Griechenland, gefangen im Labyrinth. Ort: Museum Neukölln, Alt-Britz 81, 12359 Berlin

(Foto: Bärbel Dieckmann, Minotaurus Peisonos, Foto: Madeleine M. Coffaro)

Kommentare

  1. Zwischen Deutschland und Griechenland herrscht ganz sicher ein kultureller Unterschied. Das ist nun mal so und ergibt sich wohl auch aus der unterschiedlichen Geschichte sowie der für damalige Transportmittel wahrscheinlich sehr große Entfernung. Europa wuchs sehr schnell zusammen, und vielleicht zu schnell, um dies nicht nur auf Papier und auf Karten zu tun.

  2. Der Artikel ist zwar schon älter, aber das Thema ist ja im Augenblick aktueller denn je und viele stellen sich diese Frage sicherlich heute doch häufiger.

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