Wohnhäuser mit kollektiver Entstaubungsanlage

IDEAL-PassageDie neue Ausstellung des Mobilen Museums ist fertig. Anlässlich des 100. Todestages des Neuköllner Stadtbaurats Reinhold Kiehl beschäftigt sie sich mit unterschiedlichen Konzepten moderner Wohn- und Bauvorstellungen. Studierende des Masterstudiengangs Historische Urbanistik des Centers for Metropolitan Studies der TU Berlin haben unter der Leitung von Prof. Dr. Paul Sigel elf Neuköllner Wohnquartiere von 1900 bis heute untersucht. Dazu wurden intensive Recherchen im Geschichtsspeicher unternommen und die Gestaltung mit der Grafikerin Claudia Bachmann diskutiert. Eine tolle Praxiserfahrung für die Studenten/innen.

Die Ausstellung „Neues Wohnen Neukölln“ wird am 12. März 2013 im Rathaus Neukölln von Kulturstadträtin Dr. Franziska Giffey um 18 Uhr eröffnet. Die einzelnen Beispiele sind jeweils repräsentativ für ihre Zeit. Mit der IDEAL-Passage zwischen Weichsel- und Fuldastraße in Nord-Neukölln entstanden zum Beispiel bereits Anfang des 20. Jahrhunderts moderne Wohnungen für Arbeiterfamilien. Die hellen und modern ausgestatteten Wohnungen sollten eine Reaktion auf die vorherrschenden schlechten Wohnverhältnisse in Rixdorf sein. Es wurde sogar eine kollektive Entstaubungsanlage eingebaut. Ein außergewöhnliches Beispiel für gemeinschaftliches Wohnen mit einem besonderen Wert auf Kommunikation der Bewohner ist die Bebauung am Ortolanweg in Britz. In den sogenannten Hallenhäusern wurde viel Raum geschaffen, wo sich die Mieterinnen und Mieter treffen und austauschen können. Anfänglich konnten die Bewohner sogar mitentscheiden, an wen freistehende Wohnungen vermietet werden sollten. Ein Beispiel für ökologisches Bauen und Wohnen sind die Grünen Hauser, die im Zuge der Bundesgartenschau entstanden, sie befinden sich am Rande des Britzer Gartens. Diese Häuser waren in den 1980er-Jahren nach damals höchst aktuellen ökologischen Standards entworfen und gebaut worden.

Diese und acht weitere Beispiele Neuköllner Wohnquartiere erwarten den interessierten Besucher in unserer neuen Ausstellung. Dazu erscheint wie üblich ein Leporello, in dem sämtliche Informationen der Ausstellung noch einmal in gekürzter Variante aufgeführt sind und das kostenlos mit nach Hause genommen werden kann.

(Foto: IDEAL-Passage, 1990er-Jahre. Foto: Museum Neukölln)

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