Mit Kurzwellensender gegen das Regime

Fritz-Reuter 49Der Elektrotechniker Robert Scholz bezieht 1933 mit seiner Frau Ada die Wohnung in der Fritz-Reuter-Allee 49. Von hier aus betreiben beide ihre illegale Arbeit für die KPD und die Rote Hilfe: Ada schreibt Flugblätter auf Matrizen und hilft bei deren Vervielfältigung und Verteilung, Robert baut für den Widerstandskämpfer Wilhelm Firl Kurzwellensender- und -empfänger. Es dauert nicht lange und die Gestapo wird auf Robert Scholz aufmerksam. Neben Verfolgungen und Verhören, denen er oft tagelang unterzogen wird, darf er nur in Betrieben arbeiten, die von der Gestapo genehmigt sind. Es ist ihm unmöglich, länger als ein Jahr Fuß in einem dieser Betriebe zu fassen.

Als sein Freund Wilhelm Firl 1936 von der Gestapo verhaftet und am 16. August 1937 in Plötzensee hingerichtet wird, entgeht Robert diesem Schicksal nur knapp. Denn trotz schwerer Folterungen legt Wilhelm Firl kein Geständnis ab. Schließlich wird er am 1. September 1939 in Britz in „Schutzhaft“ genommen und im KZ Sachsenhausen als politischer Häftling interniert. Dreizehn Monate später kann er zu Ada, die er 1937 geheiratet hat, zurückkehren. Damit sind die Schikanen seitens des Regimes jedoch keinesfalls vorbei. Die folgenden zwei Jahre steht er unter Polizeiaufsicht und kann weiterhin nur mit Genehmigung der Gestapo in bestimmten Betrieben arbeiten. Das Ehepaar bleibt bis 1951 in der Fritz-Reuter-Allee und beteiligt sich aktiv am Wiederaufbau. Gemeinsam treten sie in die neugegründete KPD und später in die SED ein. Aufgrund eines schweren Lungenleidens, das sich Robert Scholz in der KZ-Haft zugezogen hat, ist er seit Ende 1945 erwerbsunfähig.

Weitere Informationen über die genannten Personen stehen im Digitalen Archivsystem DAISY in der Ausstellung Das Ende der Idylle? Hufeisen- und Krugpfuhlsiedlung in Britz vor und nach 1933 zur Verfügung.

(Foto: Eingangstür Fritz-Reuter-Allee 49, Foto: Barbara Hoffmann)

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