Eine Familie im Widerstand

Onkel-Herse 41Der Tischler und Sozialdemokrat Kurt Krautter zieht, nachdem er seinen Beruf in einem Berliner Klavierbaubetrieb wegen Invalidität aufgeben muss, 1927 in die Onkel-Herse-Straße 41. Zusammen mit seiner Frau Margarete, die Näherin gelernt hat und als Heimarbeiterin sowie Zeitungsausträgerin zum Unterhalt der Familie beiträgt, zieht er vier Söhne auf. Diese wohnen in unterschiedlicher Konstellation und Dauer ebenfalls hier. Im Haus der Familie Krautter entbrennt immer wieder ein heftiger Kampf um politische Fragen. Die vier Söhne sind überzeugte Kommunisten und versuchen den Vater von der kommunistischen „Idee“ zu überzeugen und zum Austritt aus der SPD zu bewegen. Margarete Krautter schlägt sich auf die Seite ihrer Söhne. Sie wird aktiv und verteilt Flugblätter der KPD in den Briefkästen der Siedlung. Der Vater resigniert daraufhin und tritt aus der SPD aus.

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 verändert sich das Leben der Familie dramatisch. Die Krautter-Brüder sind als KPD-Mitglieder der Verfolgung durch das NS-Regime ausgesetzt. Da der Kommunismus den Nationalsozialisten als politischer Hauptfeind gilt, werden seine Anhänger mit allen Mitteln bekämpft. Erich und Rudolf Krautter werden 1933 in Berlin verhaftet und zu je 2 ½ Jahren Gefängnis verurteilt. Paul Krautter wird Ende der 1930er-Jahre in Frankreich verhaftet, kann jedoch 1941 nach Mexiko fliehen. Kurt Krautter wird 1940 in Dänemark aufgegriffen und zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt.

Sie alle überleben die NS-Zeit!

Weitere biografische Materialien finden Sie im Digitalen Archiv-Informationssystem DAISY auf unseren iPads. Bitte wenden Sie sich an die Besucherbetreuung.

(Abbildungen: Eingangstür Onkel-Herse-Str. 41, Foto: Barbara Hoffmann; Rudolf Krautter (Gestapo-Aufnahme), Juli 1935; Quelle: Bundesarchiv, NJ 1467, Bd. 1)

Krautter, Rudolf

Kommentare

  1. a.becker schrieb am 6. Dezember 2014 um 18:24 Uhr

    Ich bitte um eine Rückmeldung. Habe noch Fragen. Kurt Krautter war im KZ Buchenwald.

  2. Jennifer Rasch | Öffentlichkeitsarbeit schrieb am 17. Dezember 2014 um 12:23 Uhr

    Hallo, ich habe Ihre Anfrage an unser Kuratorenteam weitergeleitet. Sie werden sich in naher Zukunft bei Ihnen melden.
    Schöne Feiertage, Jennifer Rasch

Kommentieren

Weitere Einträge: