Tür an Tür mit einem Nazi – Workshop und Performance im Museum Neukölln

Schülerinnen und Schüler einer 8. Klasse des Albert-Einstein-Gymnasiums verbrachten im Oktober eine etwas andere Schulwoche. Sie nahmen am Theaterworkshop „Tür an Tür mit einem Nazi“ teil, der vom Museum Neukölln in Kooperation mit den drei Künstlern Gitti Scherer (Szenografie), Christian Müller (Regie) und Jonas Bolle (Musik) angeboten wurde. Die Realisierung des Projekts wurde ermöglicht mit den Mitteln des Berliner Projektfonds kulturelle Bildung.

Ausgangsmaterial für den Workshop waren die 50 Biografien der Sonderausstellung Das Ende der Idylle? Die Hufeisen- und Krugpfuhlsiedlung in Britz vor und nach 1933 sowie Objekte und Dokumente des Museums. Höhepunkt war der Besuch bei Stanislaw Karol Kubicki, einem Zeitzeugen, der in der Hufeisensiedlung lebt.

Zu Beginn des Workshops wählte sich jeder Teilnehmer einen Charakter, mit dem er sich näher beschäftigte. Durch Diskussionen und Theaterübungen wurden die eigenen Erfahrungen der Jugendlichen ins Spiel gebracht und mit dem historischen Material verknüpft. Daraus improvisierten die Schülerinnen und Schüler Situationen, die anschließend zu Szenen ausgearbeitet wurden.

Zum Abschluss des Workshops gab es eine öffentliche Aufführung in Form einer performativen Theaterinstallation. Durch das Beleben der Ausstellung mittels der Rauminszenierung der Jugendlichen wurde Geschichte konkret erlebbar und die Verbindungen zur Gegenwart sichtbar.

 

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Einige Eindrücke der Schülerinnen und Schüler.

Über die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus

„Ich persönlich wusste gar nicht, dass in unserer Gegend so viele „berühmte“ Personen gewohnt haben, die sich selbst für andere Personen in Schusslinie gebracht haben. Das war und ist faszinierend.“ (Florian)

„Der Theaterworkshop war eine sehr interessante Erfahrung. Das Thema Nationalsozialismus hat mich schon immer sehr interessiert, vor allem, da ich in der Hufeisensiedlung wohne. Der Workshop hat mir außerdem klar gemacht, wie wichtig es ist, gegen den Nationalsozialismus zu halten. Es ist natürlich ein Risiko, aber ohne die Menschen, die den Mut aufbringen, es auf sich zu nehmen, gäbe es höchstwahrscheinlich keinen Frieden mehr in größeren wie in kleineren Gegenden.“ (Lucie)

 

 Über das Treffen mit dem Zeitzeugen:

IMG_5229_be„Am interessantesten fand ich den Besuch bei Herrn Kubicki, der uns aus erster Hand über sein Leben in Kriegszeiten berichtete. Das tat er mit sehr viel Humor, aber auch angemessener Ernsthaftigkeit.“ (Lucie)

„Ich fand den Besuch bei dem weisen, erfahrenen Mann unglaublich interessant. Vor allem das Gespräch und seine Worte hatten viel Tiefgründigkeit. Seine Frau und er kamen zu unserer Vorführung und dem Anschein nach hat es ihnen gefallen.“ (Anzelika)

 

Über das Theaterspielen:

„Durch das realistische Darstellen von der Szene mit dem Türaufbruch bekam ich eine Vorstellung davon, wie es ist, wenn man minderwertig behandelt wird und ab und an kam mir auch eine Angst hoch – selbst, wenn die Rolle nur gespielt war.“ (Duygu)

„Ich fand den Theaterworkshop echt gut. Er hat Spaß gemacht und man hat eigentlich sehr viel allein machen müssen, was gut für das Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen ist. Einfach super!“ (Kiara)

„Die Woche war sehr spannend, weil wir in das Thema gut einbezogen wurden und nicht nur die Erwachsenen entscheiden durften. Wir durften auch unsere eigene Hintergrundmusik und unser eigenes Bühnenbild machen.“ (Nina- Sophia)

 

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Sollten auch Sie Interesse an der Durchführung eines Workshops im Museum Neukölln haben, können Sie sich mit unseren Museumslehrerinnen in Verbindung setzen.

Weitere Informationen zum Vermittlungsangebot des Museums finden Sie hier.

Oder direkt per E-Mail: museumslehrer@museum-neukoelln.de

 

 

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