Nicht Karl, sondern Otto!

Nachtrag zum vermeintlichen Mosaik Karls des Großen

Dank der Kompetenz und der Recherchebereitschaft einer wissenschaftlichen Hilfskraft an der Humboldt Universität Berlin konnte das Rätsel um unser mysteriöses Probemosaik nun gelöst werden. Es handelt sich bei der abgebildeten Person nicht um Karl den Großen. Das Mosaik zeigt stattdessen einen anderen mächtigen Herrscher: Otto I., auch Otto der Große genannt, der 98 Jahre nach Karls Tod geboren wurde. Er gilt heute durch sein diplomatisches Geschick und seine sinnvoll gewählten Eheschließungen als Begründer des deutsch-römischen Kaisertums. Das ihn zeigende Probemosaik in der Sammlung des Museums Neukölln ist das Detail eines Mosaiks von Hermann Schaper in der Vorhalle der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche.

Otto I. wurde mit 24 Jahren zum König des ostfränkischen Reiches gekrönt und am 2. Februar 962 zum Kaiser ernannt. Sein Wirken war weitreichend: so christianisierte er slawische Stämme im Osten seines Reiches durch Gründung mehrerer Bistümer und errichtete 967 im Erzbistum Magdeburg eine mit antiken Marmorfragmenten aus Rom oder Ravenna reich verzierte Kirche.

Er schlug das plündernde ungarische Reiterheer nieder und machte sein Reich damit erheblich sicherer. Sein Einfluss reichte bis nach Italien, Byzanz und Córdoba.

 

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(Abbildungen: Deckenmosaik von Hermann Schaper in der Berliner Kaiser-Wilhelm-GedächtniskircheDeckenmosaik von Hermann Schaper in der Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, Foto: Armin Kübelbeck, 2007; Mosaik im Deckengewölbe der alten Gedächtniskirche Berlin, Foto: Manfred Altgott, 2012)

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