Erinnerungsstücke zum Ersten Weltkrieg

IWK_Blog2100 Jahre nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges durften wir kaum darauf hoffen, noch Zeitzeugen zu ihren Kriegserfahrungen interviewen zu können. Umso erfreuter waren wir über die Resonanz auf unseren Aufruf vom Februar dieses Jahres. Mehr als zwei dutzend Sammler und Hobbyhistoriker, Kinder und Enkel von Neuköllner Weltkriegsteilnehmern haben sich im Museum gemeldet und uns aus ihrem Privatbesitz Erinnerungsstücke für unser Ausstellungsprojekt zur Verfügung gestellt.

Darunter sind ganze Pakete von Briefen und Feldpostkarten, zahlreiche Orden und Militärpapiere, Fotografien und Tagebücher, die zum Teil seit Jahrzehnten in alten Schuhkartons aufbewahrt wurden. Im Gespräch mit den Nachkommen erfuhren wir Geschichten von Tod und Verlust, aber auch von Liebe und Zusammenhalt, Protest und Widerstand aus der Zeit des großen Massenmordens von 1914 bis 1918. Es sind nicht die Erzählungen der großen Generäle, Politiker und Intellektuellen, die wir aus den Geschichtsbüchern kennen. Es sind die Geschichten von Arbeitern, Angestellten und Beamten und ihren Familien, den „kleinen Leuten“, die auf die Entscheidungen der Regenten und Schlachtenlenker keinen Einfluss hatten, die aber den Blutzoll für eine rücksichtslose Kriegspolitik zu zahlen hatten, die die Mehrheit von ihnen ablehnte.

Wir danken den Leihgeberinnen und Leihgebern, die uns einen kleinen Einblick in die Weltkriegserfahrung der Neuköllner Bevölkerung vor 100 Jahren ermöglicht haben. Die Ausstellung „Neukölln im Ersten Weltkrieg 1914-1918“ eröffnet am 25. September und wird bis zum 10. November im Lilienkulturgarten zu sehen sein.

Foto: Angela Lorenz im Gespräch mit dem Historiker Henning Holsten und Praktikantin Lisa Weyer im Geschichtsspeicher des Museums Neukölln

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