Jahresrückblick 2014

Mit der Ausstellung „All Ladies. Kühe in Europa“ haben wir Sie zu Beginn des Jahres 2014 sicher überrascht. Dennoch war die Resonanz sehr positiv, denn die uralte sympathische Beziehung zwischen Mensch und Rindern spiegelte sich in den berührenden fotografischen Portraits von Ursula Böhmer wieder. Viele Besucherinnen und Besucher haben ihre eigenen Geschichten und Erfahrungen rund um die Kuh beigesteuert. Schließlich gab es ja auch in Neukölln noch bis in die 1950er-Jahre Kuhställe im Hinterhof.

Sehr musikalisch wurde es dann ab Mai im Museum mit der Ausstellung „Mythos Vinyl“. Plattenfans aus ganz Europa besuchten das Museum. Eine Plattenbörse wurde dafür eigens auf dem Gutshof ausgerichtet. Begeistert waren viele von dem multimedialen Angebot zur Ausstellung, das wir auf iPads präsentiert haben. Das Begleitmagazin zur Ausstellung war nicht nur eine Popgeschichte aus Neuköllner Perspektive, sondern auch eine von Fachleuten hochgeschätzte Publikation zum Thema Kulturgeschichte der Schallplatte. Sicher ein schönes Weihnachtsgeschenk!

Der Erste Weltkrieg in Neukölln war im Herbst Thema unseres Mobilen Museums. Der 100. Jahrestag seines Beginns wurde zum Anlass für Kooperationen mit Schulen aus Neukölln, Wroc?aw und den Europaschulen Berlins. Dabei wurden die europäischen Dimensionen dieses fatalen Krieges aus französischer, portugiesischer, polnischer, türkischer, deutscher und italienischer Perspektive von den Schülerinnen und Schülern selbst erarbeitet und präsentiert: ein wichtiger Beitrag zur Enstehung einer europäischen Gedenkkultur.

Um Erinnerungskultur ging es auch bei den archäologischen Grabungen auf dem künftigen Gelände der Clay-Schule in Rudow. Auf dem zu erschließenden Gebiet befand sich von 1941-1945 ein großes Zwangsarbeiterlager, in dem bis zu 3000 Menschen aus Polen, Serbien, Holland, Frankreich, Italien und Weißrussland unter menschenunwürdigen Bedingungen leben mussten. Sie arbeiteten in den umliegenden Betrieben, unter anderem bei Eternit, den Gummiwerken Daubitz und für die Flugzeugwerke in Johannisthal. Das Museum Neukölln hat die Koordination der Grabungen und bauhistorischen Dokumentation übernommen und das Grundkonzept für den Gedenkort „Zwangsarbeit in Rudow“ erstellt, der in den Neubau der Clay-Schule integriert werden soll. In Zusammenarbeit mit Schülerinnen und Schülern der Clay-Schule wurde darüber hinaus ein Museumskoffer zum Thema NS-Zwangsarbeit erstellt, der im Unterricht eingesetzt werden kann.

Wir freuen uns auch, dass es uns mit Unterstützung der Deutschen Wohnen AG und dem Verein der Freunde und Förderer der Hufeisensiedlung Berlin-Britz gelungen ist, den Nachdruck des Ausstellungskataloges „Das Ende der Idylle ?“ zu finanzieren. Er ist ab dem 19. Dezember im Museumsshop erhältlich.

Für die Feiertage wünscht Ihnen das Museumsteam alles Gute!

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