5 Fragen an … die Gestalter

An dieser Stelle präsentieren wir künftig interessante Einblicke in die Museumsarbeit. Momentan laufen die Vorbereitungen für die kommende Ausstellung Die Magie des Lesens, die ab 12. Mai im Museum zu sehen sein wird, auf Hochtouren. In kurzen Interviews werden die verschiedenen Akteure und ihre Einsatzgebiete vorgestellt.

5 Fragen an Nina Odzinieks und Carsten Giese von Neue Gestaltung GmbH

Das Berliner Büro Neue Gestaltung GmbH realisierte bereits zahlreiche Projekte für nationale wie internationale Auftraggeber. Ausgezeichnet u.a. mit dem European Design Award und dem RedDot Award stehen sie für eine klare visuelle Sprache, die auf die Bedürfnisse ihrer Kunden zugeschnitten ist. Für das Museum Neukölln entwerfen sie den Katalog zur Ausstellung „Die Magie des Lesens“.

Ein Buch über Bücher. Was hat Sie an dem Projekt am meisten gereizt?

Nina Odzinieks: Tatsächlich war es die Neuartigkeit des Ausstellungsobjektes Buch. Bisher habe ich noch keine Ausstellung über das Lesen gesehen. Und die Idee, einen Katalog über Lieblingsbücher zu gestalten fand ich sehr reizvoll, da das Lesen eines Buches ja für gewöhnlich etwas ist, womit man selten an die Öffentlichkeit geht.

Carsten Giese: Darin lag aber auch die Herausforderung: die beiden durch identische Medien dargestellten Ebenen des Ausstellungsthemas und des Endproduktes miteinander zu einer sinnvollen Einheit zu verbinden. Aber eben auch jene Orte, die den beiden Medien zugrunde liegen, miteinander zu verzahnen: Das Lesen als etwas Intimes, Persönliches an alltäglichen Orten und die nüchterne, theoretische Abhandlung des Themas, welches gleichzeitig ja auch den Rahmen markiert. Eine spannende Aufgabe.

_DSF1114Sie haben bereits vielfach mit kulturellen Einrichtungen zusammen gearbeitet. Gibt es da aus Ihrer Erfahrung immer wieder ähnliche Differenzen zwischen den „Inhaltmachern“, in dem Falle die Kuratoren einer Ausstellung, und Ihnen, den Gestaltern?

N. O.: Differenzen gibt es immer mal wieder. Aber grundsätzlich begeben wir uns schon auf einen Konsens. Unsere Kunden haben sich ja für uns entschieden, weil sie unsere Arbeit kennen und schätzen. Es kommt wirklich selten vor, dass sich der Kunde eine völlig andere Umsetzung von uns gewünscht hätte.

Inwiefern obliegt Ihnen gestalterische Freiheit?

N.O.: Das ist ganz unterschiedlich. Bei den Kunden, die eine Corporate Identity haben, an die wir uns halten müssen, sind die Richtlinien ganz klar und die Spielräume gering. Dann gibt es freiere Projekte wie jetzt für das Museum, die ein Thema und bestimmte Mittel zur Verfügung haben und uns damit beauftragen, etwas daraus zu machen. In dem Fall freut es uns natürlich besonders, wenn unsere Ideen und Sichtweisen vom Kunden nachvollzogen werden können und uns als Experten auch der entsprechende Handlungsspielraum gewährt wird.

Von der ersten Idee zum Endprodukt vergehen schon mal einige Monate. Welche Schritte sind notwendig bis am Ende ein druckfertiger Katalog steht?

N.O.: Heute war unser drittes Treffen. Im Büro haben wir bisher etwa zwei Wochen intensiv an dem Projekt gearbeitet, um grundlegende Gestaltungsparameter festzulegen. Für die Umsetzung und die letzten Abstimmungen für den Druck werden wir noch die kommenden Wochen beschäftigt sein. Das ist auch immer ein bisschen von der Vorbereitung abhängig.

C.G.: Vom Ablauf her ist es wichtig, bei einem ersten Treffen festzustellen, ob man dieselbe Sprache spricht, um dann die grobe Richtung festzulegen. Im weiteren Verlauf sind dann gar nicht so viele Treffen notwendig. Das wird dann am Ende bei der Abstimmung des Layouts eher noch einmal wichtig.

Wodurch zeichnet sich Ihrer Meinung ein gut gestalteter Katalog aus?

C.G.: Ein guter Katalog sollte die Ausstellung in sinnvoller Weise unterstützen und inhaltlich erweitern. Gestalterisch sollte er genauso viel Spaß machen, wie die Begehung der Ausstellung. Als Produkt sollte er auch eigenständig funktionieren, also ohne die Ausstellung, die ja am Ende wieder abgebaut wird.

 

(Titelbild: Collage aus Entwürfen von Neue Gestaltung GmbH; Foto: Jennifer Rasch)

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