5 Fragen an … das Kuratorenteam

An dieser Stelle präsentieren wir künftig interessante Einblicke in die Museumsarbeit. Momentan laufen die Vorbereitungen für die kommende Ausstellung Die Magie des Lesens, die ab Mai im Museum zu sehen sein wird, auf Hochtouren. In kurzen Interviews werden die verschiedenen Akteure und ihre Einsatzgebiete vorgestellt.

5 Fragen an die Kuratoren Julia Dilger, Dr. Udo Gößwald und
Dr. Patrick Helber

 

Eine Ausstellung über Bücher. Warum?

Udo Gößwald: Bücher begleiten uns ja das ganze Leben. Wir wollten mit einer Ausstellung zum Thema Lesen etwas über die Leseerfahrungen der Neuköllnerinnen und Neuköllner erfahren und nach der Bedeutung fragen, die Bücher für sie gehabt haben, um den eigenen Weg im Leben zu finden.

Wie muss die Ausstellung aufgebaut und erzählt werden, damit das Thema spannend und vielseitig dargestellt wird?

Julia Dilger: Zunächst werden die Bücher zu spannenden Ensembles zusammengestellt, so dass sie wie Objekte inszeniert werden. Kontrastierend dazu werden Leseinseln geschaffen, die sich farblich absetzen und die Besucher und Besucherinnen einladen, darauf zu verweilen.
Die Wandgestaltung spielt ebenfalls eine zentrale Rolle. So werfen großformatige Fotos von lesenden Menschen in der U7 einen aktuellen Blick auf Neukölln. Außerdem fertigen wir Reproduktionen von ausgewählten Buchinnenseiten an, die auf die Wände gebracht werden.
Eine weitere Besonderheit ist die inhaltliche Vermittlung über Audiofeatures, die auf dem iPad angehört werden können. So gesehen besteht der Clou der Ausstellung darin, dass man in einer Ausstellung über das Lesen etwas zu hören bekommt.

Patrick Helber: Unser Ziel ist es, mit den vertrauten Sehgewohnheiten zu brechen, indem wir nicht die Ästhetik von Buchläden oder Bibliotheken zu reproduzieren versuchen sondern in der Darstellung etwas Neues wagen.

Collage_U7

Ihr habt 24 Menschen zu ihren Lieblingsbüchern befragt. Was fällt bei der Auswahl der Bücher auf?

P.H.: Wie der Bezirk Neukölln so sind auch die Bücher multilingual, worüber wir uns sehr gefreut haben. Wir können zum Beispiel Bücher auf Türkisch, Polnisch, Französisch, Englisch, Japanisch oder Italienisch zeigen. Auch was das Genre angeht, liegt eine große Diversität vor: Da sind Sachbücher, Biografien, Kochbücher, selbstgemalte Kinderbücher, Zigarettensammelbilder-Alben, Mangas und ein großer Anteil an Romanen.
Spannend ist, dass die Bibel nicht vorkommt, ebenso wenig ein klassischer Reiseführer.

Woran arbeitet ihr momentan?

J.D.: Wir befinden uns derzeit in der Endredaktion des Katalogs. Der nächste Arbeitsschritt wird die Planung und Umsetzung der Ausstellungsbauten sein. Zeitlich sind wir auch ganz gut im Rennen.

Die Ausstellung ist eurer Ansicht nach gelungen, wenn…

P.H.: … Bekanntes wiedergefunden und Neues entdeckt wird.
Wobei es schön wäre, wenn wir es schaffen, den Menschen zu vermitteln, das Lesen alle betrifft und nicht nur die bürgerliche Gruppe der Gesellschaft.

J.D.: … wenn wir mit der Ausstellung möglichst viele unterschiedliche Menschen erreichen, die gern wiederkommen.

U.G.: … wenn die Bedeutung des Lesens für den Prozess unserer Selbstfindung verstanden wird
(Titelbild: Grafik von Neue Gestaltung; Collage aus Fotos von Jacintha Nolte)

 

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