1954 gab es in Neukölln noch 68 Bauernhöfe

Im Vierteljahresbericht des Bezirksamts Neukölln für das 1. Quartal 1954, entdeckt in einem unlängst dem Museum zugegangenen Nachlass, findet sich auch ein Resümee der Grünen Woche mit interessanten Meldungen über das ländliche Neukölln.

Unter den Bezirken Westberlins ist Neukölln einer der wenigen Bezirke, für die die „Grüne Woche 1954“ von besonderem Interesse ist. Insgesamt 68 Landwirtschaftsbetriebe, 2 Mühlenbetriebe, 5 Schweinemästereien und 123 Gartenbaubetriebe sind in den Randgebieten Britz, Buckow, und Rudow ansässig.

Ein Rundgang durch die Ausstellung zeigte, dass der Bezirk auf der  „Grünen Woche“ mit 10 Ständen vertreten war. Eine Anzahl von dem auf der Ausstellung preisgekrönten Groß- und Kleinvieh stammt aus dem Bezirk Neukölln.

Hier ist zunächst die Wunderziege „Mäke“ zu nennen, die einem Neuköllner Bürger gehört. Die Ziege hat im Jahr 1953  1.488  Liter Milch mit eine Fettgehalt von 3,65 Prozent gegeben. Für diese außergewöhnliche Leistung erhielt der Züchter einen Ehrenpreis.

In der Buchte eines Rudower Landwirts tummeln sich 13 wie Marzipan aussehende Ferkel um das Muttertier, das mit einem Preis des bayerischen Staatsministeriums ausgezeichnet worden ist.

Auf der Schlachtrinderschau trug der Bulle „Cäsar“, der einem Britzer Züchter gehört und ein Lebendgewicht von 881 Kilogramm hat, einen Siegerpreis und außerdem einen Ehrenpreis des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten davon.

Die  von einem Neuköllner Taubenzüchter ausgestellten Tauben erhielten den Bundespreis.

Aus der Kleintierschau ist besonders der Stand einer Buckower Geflügelfarm, in dem sich 8.000 Küken tummeln, ständig vom Publikum belagert.

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